Zehn Polyestersaiten im Test, Sieger ist Signum Pro Tornado


Das Tennis Magazin hat im August 2009 zehn Tennissaiten getestet. Testsieger – die Tornado-Saite in schwarz von Signum Pro!

Angaben zum Testsieger Tornado von Signum Pro (1,17 mm; 1,23 mm; 1,29 mm)

  • Farbe: schwarz/anthrazit
  • heptagonale profilierte Co-Polyestersaite
  • Axial verdrehte Saite, die außergewöhnlich viel Drall erzeugt
  • neue optimierte Molekularstruktur mit minimalstem Spannungsverlus
  • hervorragende Kontrolle und hohe Ballbeschleunigung
  • bester Spielkomfort

So lief der Praxistest der Saiten ab. Die Tennissaiten sind anonym von zwei verschiedenen Testgruppen gespielt und bewertet worden. Alle zehn Saiten wurden von zwei Haupttestern über einen Zeitraum von zwei Wochen gespielt und anschließende DT-Werte genommen. DT bedeutet Dynamic Tension, das erklären wir Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt.

Die andere Gruppe bestand nicht aus zwei Haupttestern sondern aus 20 Personen, die über das Internetportal Saitenforum.de (Inhaber: Jens Barthelmes) ausgewählt wurden. Jeder Tester bekam drei Saiten zugeschickt, welche jeweils drei Wochen gespielt wurden. Fundierte Aussagen zu den vergleichenden Testkriterien konnten so sehr gut eroiert werden.

Saitentest 1, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Saitentest 1, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Die Testkriterien im Überblick:
Power – Wie gut lässt sich die Saite beschleunigen?
Kontrolle – Lässt sich der Ball mit der Tennissaite präzise spielen?
Gefühl – Gibt die Saite beim Schlag eine Rückmeldung?
Komfort – Wie gut werden von der Saite Vibrationen gedämpft?
Spin – Nimmt die Saite den Drall gut an?
Verrutschen – Wie häufig verschiebt sich die Saite?
Konstanz – Lässt sich die Spannung über einen längeren Zeitraum halten?
Haltbarkeit – Nach welcher Zeit reißt die Saite ab?
Gesamteindruck – Fazit über die getestete Saite?
Mehr Infos finden Sie im Saitenforum oder im Tennis Magazin Ausgabe 08 / 2009

Der Trend bei den Tennissaiten geht in Richtung strukturierter Oberfläche, denn damit lassen sich bei den Kunststoffsaiten noch mehr Spin erzeugen. Wieviel Spin der jeweilige Spieler durch die gespielte Saite entwickeln kann, ist zum einen von der Spielweise und zum anderen von der Struktur der Oberfläche der Tennissaite abhängig.

Ambitionierte Turnierspieler, Clubspieler und sogar Freizeitsportler kennen viele Saiten aus der Testreihe bereits aus eigenen Erfahrungen, der regionalen Tennisschule, dem Trainer des Vertrauens oder schlicht aus dem Fernsehen. Man weiß recht viel über Rackets und Tennisschläger, welche die Profis spielen, hört aber noch relativ wenig darüber, welche Tennissaiten die Tennis-Asse bevorzugen. Roger Federer, die Nummer 1 der Weltrangliste sowie Novak Djokovic, die Nummer 3 setzen auf sogenannte Hybridsaiten. Das bedeutet, sie mischen quer und längs mit unterschiedlichen Saiten ab! Diese Saiten-Sets Hybrid-Saiten bestehen als aus 2 mal 6,5 Meter Saiten. Zum einen meist ein Darmsaite und zum anderen eine Polyestersaite mit strukturierter Oberfläche. Federer und Djokovic setzen bei den „Polys“ auf die „Alu Power Rough“ bzw. den Nachfolger „Alu Power Spin“.

Saitentest 2, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Saitentest 2, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Für Freitzeitspieler deshalb interessant, weil die Polyestersaiten außer dass sie guten Spin erzeugen, gut für das aggressive Spiel der jungen Tennisspieler, auch noch sehr widerstandsfähig sind und länger halten als herkömmliche Tennissaiten.

Getestet wurden die folgenden 10 Tennissaiten:

  • Babolat Pro Hurricane Tour, für Spin wie Rafael Nadal oder Fernando Verdasco
  • Isospeed Pyramid, gut für Poly-Einsteiger
  • Kirschbaum Spiky Shark, guter Grip für Grundlinienspieler mit viel Topspin
  • Tecnifibre Black Code, „Super Mix“ aus Touch, Kontrolle und Power, Spin untersützten andere besser
  • Völkl Cyclone, hervorragend ausgeglichen ideal für klassische Techniker
  • Luxilon Alu Power Spin, wird von Wilson vertrieben, eher etwas für harte Hitter
  • MSV Focus HEX, bringt Stabilität aber kaum Spin, für Allrounder perfekt
  • Polyfibre Cobra, fast wie eine multifile Saite mit Power ohne Kraftaufwand, kaum Drall und nichts für Haudraufs
  • Polystar Turbo, Höchstnoten bei Spin, schwach bei Spannung und Haltbarkeit, für Topspinspieler sehr gut
  • Signum Pro Tornado, tolle Unterstützung bei Winkel und Spinschlägen, lange Haltbar, axial verdreht -> Testsieger!!!
Saitentest 3, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Saitentest 3, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Die Oberflächen der Tennissaiten aus der Testreihe sind nicht rund und glatt sonder strukturiert, trotzdem dass sie lediglich aus einer (monfilen) Faser bestehen. Durch die Struktur der Saite können die monofilen Polyestersaite mehr Spin auf den Ball übertragen als runde Saiten ohne Oberflächenstruktur. Nach ca. 10 Stunden Tennis lassen auch diese Saiten nach und verlieren an Spinvermögen. Man spricht davon, dass die Saiten dann „tod“ sind. Auch wenn sie nicht gerissen sind, sollten ambitionierte Tennisspieler die Saiten erneuern, um ihr bestes Tennis spielen zu können. Auch wenn der Vorteil der monofilen Polysaiten ein hervorragendes Spinvermögen ist, so bieten sie im Vergleich zu multifilen Saiten (meherere Fasern), ähnlich einer Darmsaite aber nicht so teuer, häufig weniger Spielkomfort.

Früher galten die monofilen Saiten meistens als „Drähte“, die zwar unverwüstlich waren und lange hielten, aber auch keinen Touch und Spinverhalten zuließen. Doch mit der Herstellung der neueren Polyestersaiten verwenden die Saitenhersteller immer mehr Weichmacher bei der Beimengung in die Kunstsaiten, so dass die Saiten haltbar und robust bleiben, aber durch das Spinvermögen für mehrere Spielertypen, insbesondere junge Spieler, eine interessante Wahl sein können.

Anfang der 90er Jahre fing mit der „Supersmash Spiky“ von Kirschbaum der neue Trend an. Erstmals wurden erfolgreich strukturierte Saiten am Tennismarkt eingeführt, auch wenn die Supersmash Spiky damals noch als sehr starr galt. Doch die Polys vergangener Tage sind mit den neuen Saiten nicht mehr zu vergleichen. Letzlich sollte jeder Spieler individuell die Saite seiner Wahl nach seinem Spielverhalten auswählen. Lebt man als Spieler vom Schwung, ohne viel Kraftaufwand wird man eh eine Polysaite mit Struktur bevorzugen. Hartschlagende Spieler, welche ihr Schlag-Repertoire erweitern wollen haben mit den Polyestersaiten vielleicht eine gute Alternative um hoch abspringende Bälle zu trainieren!

Saitentest 4, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Saitentest 4, Tennis Magazin 08/2009, Fotos: Barthelmes, Brentano

Neun der zehn getesten Polyestersaiten gehen im übrigen den Weg der Längsprofilierung, bis auf die Cobra von Polyfibre, die setzt auf Querprofilierung. Bei der Längsprofilierung findet man Dreieckskanten, sechs-, sieben- und acht Kanten oder Zahnradformen. Trotz der Vielzahl an Möglichkeiten und Ideen schaffen es die Saiten nicht über einen langen Zeitraum von mehr als zehn Stunden Spinvermögen und Drall aufrecht zu erhalten. Noch schlechter schneiden die fein strukturierten Saiten ab. Bei den Tecnifibre Tennissaiten Black Code sowie beim Testsieger Tornado traten diese Schwierigkeiten beim Testen nicht auf. Grund dafür ist voraussichtlich die Verdrillung um die eigene Achse der Saite, das sonst kein weiteres Modell aufweist. Erstaunlich ist jedoch festzustellen, dass schwarz sehr angesagt ist und auch Babolat eine schwarze Saite für 2010 angekündigt hat.

„Zuletzt schulden wir Ihnen noch die Auflöung des Fachbegriffes DT = Dynamic Tension.  Das wiederum bedeutet die Angabe der dynamischen Bespannungshärte einer  sowie die Flächenhärte über das gesamte Bespannungsmuster. Spezielle Meßgeräte können den Treffpunkt des Balles simulieren. Der DT-Wert ist diejenige Kraft, welche nötig ist um das Bespannungsmuster 1 cm einzudrücken! Misst man den DT-Wert über einen längeren Zeitraum hinweg (mehrere Stunden bzw. Tage) so sieht man, dass immer weniger Kraft dafür nötig ist, die Saite 1 cm einzudrücken, was bedeutet, dass die Saite an Spannung und Härte verliert. In der Spielphase sind deutlich geringere DT-Werte zu erwarten, da die Beanspruchung beim Schlagen höher ist als in der Ruhephase“, so Hainz vom Onlineshop Tennis-world.de.

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