Beiträge getagged mit Dominik Schulz

Deutsches Tennis: Masse statt Klasse?

Dritte Runde US Open, Tommy Haas gibt gegen Verdasco ein eigentlich schon gewonnenes Spiel noch ab. Und damit ist es mal wieder passiert: Ein Grand Slam-Turnier geht frühzeitig ohne deutsche Teilnehmer zu Ende.

Natürlich trauern wir in Deutschland noch den goldenen Zeiten mit Becker, Graf und Stich nach. Seitdem sind einige gekommen und gegangen, ohne jedoch einen wirklichen Durchbruch zu schaffen. Derzeit kommen viele nach, was durchaus ein Anlass zur Hoffnung ist. Aber die US Open 2009 waren mal wieder eine Enttäuschung. Obwohl die letzte Zeit immer mehr deutsche Tennisspieler und -spielerinnen es schaffen ins Hauptfeld der großen Turniere zu kommen, die meisten scheiden dann auch früh wieder aus. Subjektiv9L0-625 versuchen sich viel mehr deutsche Teilnehmer als zu Zeiten von Becker, Graf und Stich. Jedoch ist der aktuelle Trend ganz klar: Masse statt Klasse!

Tommy Haas ist derzeit noch der einzige Deutsche, der sich das Prädikat „Weltklasse“ verdient hat. Seine Karriere neigt sich aber auch mehr dem Ende und er scheint nur noch bei wenigen Turnieren wirklich motiviert. Kohlschreiber schafft immer mal wieder Höchstleistungen und sensationelle Siege, aber spielt einfach verdammt unkonstant und daher ist ihm bisher (und wird ihm wohl auch in Zukunft) nicht der große Wurf gelungen.

Wimbledon-Quali-2009: Simon Greul mit Paul Brock von Tennis-World.de

Wimbledon-Quali-2009: Simon Greul mit Paul Brock von Tennis-World.de

Dahinter stehen viele junge Spieler, allen voran Dominik Schulz, Schlange,
E20-598 die immer mal wieder einzelne, herausragende Leistungen schaffen, aber in der Gesamtbetrachtung grauer Durchschnitt sind im Vergleich mit Spielern anderer Länder. Kann mich an Benjamin Becker erinnern, der bei den US Open einst die Karriere von Agassi beendet hat und damals so groß aufspielte, dass ihm einige eine große Zukunft vorhergesagt haben. Und seitdem? Selten, dass er mal einen besseren Spieler schlägt, ein Schatten seiner Leistungen von damals. Dann gibt es noch Mischa Zverev, einen Simon Greul, einen Björn Phau, einen Andi Beck und einen Philipp Petzschner sowie Michael Berrer, alle zwischendurch mal mit einer tollen Leistung, aber die Spitzen sind zu selten, als dass man sie über das Prädikat „Durchschnitt“ erheben könnte. Natürlich sind einige noch jung und haben noch Luft nach oben, aber ein Grand Slam-Finale kann man wohl keinem der genannten in absehbarer Zeit zutrauen. Dafür bräuchte man mal einen neuen Ausnahmespieler, der schon in ganz jungen Jahren für Furore sorgt.

Wie eine Melanie Oudin, gerade 17. Das sind die Ausnahmetalente, die eine Tennisnation ab- und zu braucht. Vielleicht straft einen die Zukunft lügen, aber sie hat das Potential eine ganz Große zu werden.

Doch haben wir nicht auch Sabine Lisicki? Nicht nur im Blog Tennis-Experten wird ihr das Potential zugeschrieben, eben dieses Talent zu besitzen, was sie zur nächsten deutschen Teilnehmerin eines Grand Slam-Finales machen kann. Ihr Talent ist unbestritten, hat die harte Tennis-Schule von Nick Bollettieri durchgemacht und war lange Zeit einfach nur zu unkonstant. Bei diesen US Open haben viele gedacht, jetzt ist für sie die Zeit des Durchbruchs gekommen. Doch weit gefehlt! Nach vorher schon nicht wirklich überzeugenden Leistungen eine sang- und klanglose Niederlage gegen Radionova(!). Die Verletzung hatte damit nichts zu tun, als sie umknickte war der Matchball schon verloren. Stehen bleibt eine weiter deutsche Enttäuschung. Dabei hat die Boulevard-Presse alles versucht, um neuen Tennis-Hype in Deutschland zu erzeugen. Das einzige, was in diese Richtung noch funktioniert derzeit ist der Davis-Cup.

Hinter Sabine Lisicki sieht es bei den Frauen ähnlich aus wie bei den Männern: Kerber, Barrois, Groenefeld und Petkovic. Vielleicht überrascht eine noch durch große Zukunft, derzeit sieht es nach Alltag aus. Eben Masse statt Klasse.

Der letzte deutsche Finalteilnehmer bei einem Grand Slam-Turnier? Rainer Schüttler. Irgendwie passend, ohne ihm zu Nahe zu treten. Wimbledon 2009 hätte Tommy Haas es beinahe mal wieder geschafft. Aber: natürlich nur beinahe!

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US Open – Aufschlag zum letzten Grand Slam Turnier des Jahres

Eines der härtesten Turniere der Welt findet jährlich auf Hardcourt im USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York statt. Auch in diesem Jahr stehen sich die Profis der WTA und ATP vom 31. August bis zum 13. September gegenüber und ermitteln den Champion.642-515

In den Finals 2008 standen bei den Herren: Roger Federer vs. Andy Murray. Federer gewann locker in drei Sätzen und triumphierte zum 5. Mal in Folge. Bei den Damen standen sich Jelena Jankovic und Serena Williams gegenüber. Neun Jahre nach ihren ersten US Open Titel konnte sich Serena Williams knapp durchsetzen.

Die US Open stehen seit 1968 permanent auf dem Turnierkalender von ITF, ATP und WTA. Der damals 25-jährige Arthur Ashe gewann als erster Schwarzer die US Open und bekam dafür ein Preisgeld von 14.000 US-Dollar. Einen Tiebreak beim Spielstand von 6:6 in einem Satz kannte man zu dieser Zeit noch nicht…

Inzwischen sind die US Open ein Megasepektakel mit einem riesigen Medienaufkommen. In diesem Jahr hat man es wieder geschafft das Preisgeld im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 1 Million US Dollar, auf die Rekordsumme von 21,7 Millionen US Dollar, zu steigern. Die beiden Sieger der Damen- und Herren Einzelkonkurrenzen bekommen jeweils 1,6 Millionen US-Dollar sowie einen brandneuen 2010 Lexus IS Cabriolet. Sollte Roger Federer (Wilson Tennisschläger) als No 1 der ATP-Weltrangliste die US Open zum 6.Mal in Folge gewinnen so erhält er eine Bonuszahlung „1st Place Finisher“ in Höhe von 1 Million US-Dollar.

Diese Rekord-Preisgelder sind umringt von der Rekordkulisse. In den 14 Tagen der US Open 2008 konnte man über 720.000 Zuschauer auf der Anlage, mehr als 75 Millionen Zuschauer am TV sowie über 30 Millionen Online Besucher begrüßen, die sich die spannenden und aufregenden Spiele auf den Tenniscourts von New York ansehen wollten.

Die US Open werden auch in diesem Jahr wieder in diversen Kategorien ausgetragen:

  • Men`s Singles
  • Women`Singles
  • Men`s Doubles
  • Women`s Doubles
  • Mixed Doubles
  • Wheelchair Competition
  • Champions Invitational
  • Juniors (Boys` & Girls` Singles, Boys` & Girls` Doubles)

Die Jugendkonkurrenzen starten erst in der zweiten Woche der US Open am Montag, 07.September 2009. Auch der Schützling von Stefan Mayrhofer und größte deutsche Hoffnung bei den Junioren Dominik Schulz wird an den Start gehen und hoffentlich seine guten Ergebnisse der French Open 2009 (Halbfinale) und Wimbledon 2009 (Achtelfinale) bestätigen können.

Der Tennisshop von Tennis-World.de wünscht allen deutschen Spielern gute Ergebnisse und ein erfolgreiches Abschneiden bei den US Open 2009. Leider musste der Korbacher Rainer Schüttler (Pacific Tennissaiten) bereits nach seinem Auftaktmatch „die Segel streichen“. Besser erging es Simon Greul (Prince Tennisschuhe) und Tommy Haas (Head Tennisschläger, K-Swiss Tennisschuhe), die beide ihre 1. Runden Spiele gewinnen konnten.646-171

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Cilic startet bei den BMW Open 2009 in München

weitere Starter im Hauptfeld von München sind Lleyton Hewitt, Nicolas Kiefer, Rainer Schüttler und PhilippKohlschreiber. Bevor jedoch Marin Cilic (KRO) in das Turniergeschehen einsteigt, schaute der Head Profi am Samstag, 02. Mai 2009 noch als Überraschungsgast bei der Head Präsentation im BTV Leistungsstützpunkt in Oberhaching vorbei und stellte sich einigen Fragen der interessierten Fachhändler.

cilic_1Marin Cilic, die aktuelle Nummer 14 des ATP Rankings ist am 28. September 1988 in Zagreb in Kroatien geboren. Seine größten Erfolge, für den jungen Kroaten, auf der ATP Tour war der Einzelsieg 2008 in New Haven sowie in Chennai und Zagreb 2009. In Chennai und Nottingsham spielte sich Cilic 2008 bis ins Halbfinale, wo er ebenfalls wichtige Punkte für das ATP Ranking erhielt. Bei den Australien Open 2009 kam er ins 1/8 Finale, ebenso wie in wimbledon 2008.

cilic_31Welches Racket spielt Cilic?
Cilic spielt den Head MicroGel™ Radical Pro und gibt im Interview als Grund dafür an, dass er mit der Mischung aus Power und Handling beim Radical sehr zufrieden ist. Der Radical Pro hat mit 315 g Gewicht den schwersten Rahmen der Radical Serie. Der Radical ist für einen langen, schnellen Schwungstil (L 4) ausgelegt. Bei einer Länge von 685 mm und einer Balance von 320 mm hat der Radical Pro seinen Balancepunkt ziemlich exakt im Schlägerherz. Das Radical Pro Racket ist ideal für den neuen, schnelleren Spielstil aggressiver junger Athleten. Mit der MicroGel™ Technologie hat man ein hervorragendes Spielgefühl. Das offene Bespannungsbild (16 x 19) sorgt für mehr „Pep“.cilic_4

Warum spielt Cilic bei den BMW Open in München?
Die BMW Open auf der MTTC Iphitos Anlage haben sehr viel Tradition. Sie werden mittlerweile zum 94. mal ausgetragen. Der zeitraum vom 02. – 10. Mai passe ihm sehr gut in seinen Tour Kalender und ist eine ideale Vorbereitung auf die French Open. Letzte Woche spielte er noch die Italien Masters in Rom. Im Übrigen fühlt sich Cilic auf Sand (engl. Clay) sehr wohl! Zu guter letzt rechnet er sich gute Chancen aus weit zu kommen. Die Rekordsumme von 71.700 Euro + BMW Z4 für den Sieger motivieren ihn zusätzlich!cilic_5

BMW Open by FWU AG 2009
Im Einzel treten insgesamt 32 Spieler in der 1. Runde an, davon stehen 23 Spieler direkt im Hauptfeld. Der Veranstalter vergibt 3 Wildcards, 2 Special Exempts und 4 Spieler „rutschen“ über die Quali ins Hauptfeld. Insgesamt wird die Rekordsumme von 450.000 Euro Preisgeld ausgespielt und einer der topgesetzten Spieler, nach der Absage von Titelverteidiger Fernando Gonzalez, ist Marin Cilic.

Tennisfans aus Bayern und aus dem benachbarten Österreich können sich auf ein gutes Teilnehmerfeld freuen und Tennis der Spitzenklasse bewundern, obwohl die BMW Open im Tourplan der ATP in diesem Jahr nur noch der viertklassigen Kategorie angehören (1. Kategorie: Grand Slam Turniere, 2. Kategorie: ATP World Tour Masters 1000, 3. Kategorie: 500er, 4. Kategorie: 250er).cilic_6

Was kann Cilic in dieser Saison noch erreichen?
Er möchte eine gute Rolle auf Sand spielen. Er hat viel trainiert und sein Tennis teilweise umgestellt. Auf die Frage, ob er je gegen Nadal gespielt habe, kam die bedauernde Antwort: „Leider nein!“ Nadal ist der Beste der Welt, insbesonder auf Sand könnte man als Gegenspieler sehr viel lernen. Nach der Sandplatzsaison bereitet er sich auf die Rasensaison mit dem Highlight „All England Championships in Wimbledon“ vor, aber auch in Queens möchte er Punkte sammeln. Durch die Umstellung der Wertung im ATP Ranking habe er nicht so viele Punkte zu verteidigen wie andere Spieler und wenn er gut spielt, könnte er am Ende der Saison in den Top Ten stehen. Auf eine kleine, unverbindliche Wette mit den Head-Verantwortlichen wollte er sich beim Interview aber nicht hinreißen lassen.

Wie ist der 1. Eindruck von Marin Cilic?
So weit ich das beurteilen kann ist Marin Cilic ein junger, ehrgeiziger Mann mit einer professionellen Einstellung zum Sport. Ein äußerst sympathischer und unkomplizierter Typ. Marin Cilic ist weit über 1,90 m groß, gut trainiert und sehr athletisch. Nach meinem Eindrücken zu urteilen ist er sehr freundlich, höflich und hat keine Starallüren. Ich denke, Cilic repräsentiert das neue Marketing Konzept „Racquet Rebels“ sehr gut. Er gehört zu den jungen, aggressiven Spielern, denen die Zukunft im Tennissport gehört. Angemerkt hat er, „nicht ganz verständlich sei für ihn die undankbare die Platzierung rechts äußen“. Dies nahm er allerdings recht gelassen…

Nach dem Interview nahm er sich noch sehr viel Zeit um Bälle, T-Shirts und Poster handschriftlich zu signieren. Er stellte sich auch geduldig den Fragen derjenigen Tennisfachhändler, die der englischen Sprache mächtig waren und sich trauten. Paul Brock, geboren in Glasgow Schottland, von Tennis-World.de hielt sich vornehm zurück und lies die anderen Fachhändler den Vortritt. Schließlich kann der professionelle Besaiter und Bespanner Cilic in Wimbledon in einem One-One-Gespräch die weiteren Saisonziele von Cilic erfragen. Paul Brock wird für Tennis-World beim Grand Slam Turnier in London vor Ort sein.

bmwopen_schulz_kloerSamstag, 02.Mai 2009 Quali der BMW Open
Nach der Head Präsentation am Leistungsstützpunkt in Oberhaching waren die Verantwortlichen so nett und haben unter ihren Fachhändlern Freikarten für die Qualifaktion verteilt. Diese Möglichkeit auf schönes Tennis und das Treffen einiger wichtiger Partner, wie auch bekannte in der Tennisszene haben Paul Brock und ich uns nicht entgehen lassen.

Kaum angekommen setzte auch schon ein Regenschauer ein und die Partie zwischen Dominik Schulz und Sascha Kloer musste beim Spielstand von 6:2, 3:2 unterbrochen werden. Nach einer 30-minütigen Regenpause verfolgten wir einen spannenden 2. Satz, den Kloer knapp gegen das 16-jährige deutsche Talent, Dominik Schulz, für sich entscheiden konnte. Insgesamt war der Quali-Tag der BMW Open ein interessantes Erlebnis mit viel schönem und hochklassigen Tennis. Zudem trainierten Hewitt, Kiefer, Cilic, Youzhny und Benneteau auf den Außenplätzen der wunderschönen Iphitos Anlage.

bmwopen_kloerDie Quali und damit den Sprung ins Hauptfeld aus deutscher Sicht haben geschafft: Dieter Kindlmann und Sascha Kloer. Die erste Runde begann am Montag, 04. Mai. Heute, Dienstag 05. Mai spielte Marin Cilic brandaktuell gegen den deutschen Qualifikanten Kiendlmann und gewann deutlich mit 6:3, 6:2. Vielleicht wird es ja was mit dem Finaleinzug am Sonntag, 10.Mai. Ich würde es ihm wünschen, denn Cilic ist wirklich ein sympathischer Profi und toller Head-Botschafter.

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