Beiträge getagged mit Simon Greul

Deutsches Tennis: Masse statt Klasse?

Dritte Runde US Open, Tommy Haas gibt gegen Verdasco ein eigentlich schon gewonnenes Spiel noch ab. Und damit ist es mal wieder passiert: Ein Grand Slam-Turnier geht frühzeitig ohne deutsche Teilnehmer zu Ende.

Natürlich trauern wir in Deutschland noch den goldenen Zeiten mit Becker, Graf und Stich nach. Seitdem sind einige gekommen und gegangen, ohne jedoch einen wirklichen Durchbruch zu schaffen. Derzeit kommen viele nach, was durchaus ein Anlass zur Hoffnung ist. Aber die US Open 2009 waren mal wieder eine Enttäuschung. Obwohl die letzte Zeit immer mehr deutsche Tennisspieler und -spielerinnen es schaffen ins Hauptfeld der großen Turniere zu kommen, die meisten scheiden dann auch früh wieder aus. Subjektiv9L0-625 versuchen sich viel mehr deutsche Teilnehmer als zu Zeiten von Becker, Graf und Stich. Jedoch ist der aktuelle Trend ganz klar: Masse statt Klasse!

Tommy Haas ist derzeit noch der einzige Deutsche, der sich das Prädikat „Weltklasse“ verdient hat. Seine Karriere neigt sich aber auch mehr dem Ende und er scheint nur noch bei wenigen Turnieren wirklich motiviert. Kohlschreiber schafft immer mal wieder Höchstleistungen und sensationelle Siege, aber spielt einfach verdammt unkonstant und daher ist ihm bisher (und wird ihm wohl auch in Zukunft) nicht der große Wurf gelungen.

Wimbledon-Quali-2009: Simon Greul mit Paul Brock von Tennis-World.de

Wimbledon-Quali-2009: Simon Greul mit Paul Brock von Tennis-World.de

Dahinter stehen viele junge Spieler, allen voran Dominik Schulz, Schlange,
E20-598 die immer mal wieder einzelne, herausragende Leistungen schaffen, aber in der Gesamtbetrachtung grauer Durchschnitt sind im Vergleich mit Spielern anderer Länder. Kann mich an Benjamin Becker erinnern, der bei den US Open einst die Karriere von Agassi beendet hat und damals so groß aufspielte, dass ihm einige eine große Zukunft vorhergesagt haben. Und seitdem? Selten, dass er mal einen besseren Spieler schlägt, ein Schatten seiner Leistungen von damals. Dann gibt es noch Mischa Zverev, einen Simon Greul, einen Björn Phau, einen Andi Beck und einen Philipp Petzschner sowie Michael Berrer, alle zwischendurch mal mit einer tollen Leistung, aber die Spitzen sind zu selten, als dass man sie über das Prädikat „Durchschnitt“ erheben könnte. Natürlich sind einige noch jung und haben noch Luft nach oben, aber ein Grand Slam-Finale kann man wohl keinem der genannten in absehbarer Zeit zutrauen. Dafür bräuchte man mal einen neuen Ausnahmespieler, der schon in ganz jungen Jahren für Furore sorgt.

Wie eine Melanie Oudin, gerade 17. Das sind die Ausnahmetalente, die eine Tennisnation ab- und zu braucht. Vielleicht straft einen die Zukunft lügen, aber sie hat das Potential eine ganz Große zu werden.

Doch haben wir nicht auch Sabine Lisicki? Nicht nur im Blog Tennis-Experten wird ihr das Potential zugeschrieben, eben dieses Talent zu besitzen, was sie zur nächsten deutschen Teilnehmerin eines Grand Slam-Finales machen kann. Ihr Talent ist unbestritten, hat die harte Tennis-Schule von Nick Bollettieri durchgemacht und war lange Zeit einfach nur zu unkonstant. Bei diesen US Open haben viele gedacht, jetzt ist für sie die Zeit des Durchbruchs gekommen. Doch weit gefehlt! Nach vorher schon nicht wirklich überzeugenden Leistungen eine sang- und klanglose Niederlage gegen Radionova(!). Die Verletzung hatte damit nichts zu tun, als sie umknickte war der Matchball schon verloren. Stehen bleibt eine weiter deutsche Enttäuschung. Dabei hat die Boulevard-Presse alles versucht, um neuen Tennis-Hype in Deutschland zu erzeugen. Das einzige, was in diese Richtung noch funktioniert derzeit ist der Davis-Cup.

Hinter Sabine Lisicki sieht es bei den Frauen ähnlich aus wie bei den Männern: Kerber, Barrois, Groenefeld und Petkovic. Vielleicht überrascht eine noch durch große Zukunft, derzeit sieht es nach Alltag aus. Eben Masse statt Klasse.

Der letzte deutsche Finalteilnehmer bei einem Grand Slam-Turnier? Rainer Schüttler. Irgendwie passend, ohne ihm zu Nahe zu treten. Wimbledon 2009 hätte Tommy Haas es beinahe mal wieder geschafft. Aber: natürlich nur beinahe!

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Nikolai Dawydenko steht im Halbfinale von Hamburg

Der russische Tennisprofi Nikolaj Davydenko hat zum zweiten Mal in seiner Karriere beim ATP Turnier am Hamburger Rothenbaum das Halbfinale erreicht. Der 28-jährige Davydenko konnte den Finalisten vom Mercedes Cup in Stuttgart, Viktor Hanescu, mit 6:3, 4:6, 6:3 bezwingen. Davydenko (Prince Tennisschläger), die aktuelle Nummer 12 der ATP Rangliste, war trotz der zuletzt in Stuttgart gezeigten guten Leistungen vom Rumänen Viktor Hanescu seiner Favoritenrolle gerecht geworden und trifft251-502 nun in der Runde der letzten Vier auf den Spanier David Ferrer (Prince). Ferrer konnte überraschend deutlich den Deutschen Simon Greul (Prince Tennisschuhe) mit 6:2, 6:2 bezwingen. Greul meinte im Anschluss an die Partie lediglich: „Ich bin total platt!“
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Der Tennisprofi Nikolaj Davydenko (Russland)

Der Tennisprofi Nikolaj Davydenko (Russland)

Turnierdirektor Michael Stich ist bisher sehr zufrieden mit dem Verlauf des mit 1,115 Millionen Euro dotierten Turniers der ATP Tour Masters Series 500. Im ersten Halbfinale spielt am Samstag ab 14.00 Uhr der Qualifikant Pablo Cuevas aus Uruguay gegen den an 13 gesetzten Franzosen Paul-Henri Mathieu. Der 23-jährige Pablo
1Z1-871 Cueva, der sich im Achtelfinale überraschend gegen Philipp Kohlschreiber (Wilson Tennisschläger)durchsetzen konnte, hatte auch im Viertelfinale keine Schwierigkeiten mit dem favorisierten Spanier Nicolas Almagro, der an Nummer 14 in Hamburg gesetzt war. Deutlich siegte er mit 6:2, 6:4.

Sichtlich erleichtert zeigte sich der Franzose Mathieu, der nach einer ziemlich verkorksten Saison endlich mal wieder im Halbfinale eines ATP Turniers steht. Zuletzt war ihm das Anfang des Jahres in Brisbane, Australien gelungen. Der Weltranglisten 39. profitierte dabei von der Aufgabe seines Gegners. Viktor Troicki musste beim Spielstand von 3:0 im ersten Satz wegen einer Fußverletzung das Handtuch werfen.LOT-923

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Stuttgart-Sieger Jeremy Chardy siegt gegen Davis-Cup-Neuling Andreas Beck

Beim bedeutendsten deutschen Turnier der ATP Masters Series 500 am Hamburger Rothenbaum ist neben Florian Mayer und Philipp Petzschner (beide Bayreuth) sowie Mischa Zverev (Hamburg) nun auch der Davis-Cup-Debütant von Marbella ausgeschieden. Andreas Beck unterlag trotz guter Leistung in einer ausgeglichenen und spannenden Partie mit 6:7 (3:7), 6:7 (6:8) dem Franzosen Jeremy Chardy.

Im rein deutschen Duell der zweiten Runde der International German Open in Hamburg setzte sich Simon Greul gegen den Lokalmatador Mischa Zverev nach missglückten Start mit 0:6, 7:5, 6:1 durch. Florian Mayer hatte gegen den spanischen Sandplatzspezialisten David Ferrer (Prince Schläger) mit 3:6, 2:6 das Nachsehen. In der weiteren Partie mit deutscher Beteiligung unterlag Philipp Petzschner dem Weltranglisten 11. Nikolaj Davydenko (Prince) aus Russland mit 3:6, 2:6.

Wimbledon 2009, Quali - Simon Greul, Paul Brock

Wimbledon 2009, Quali – Simon Greul, Paul Brock

So sind in der entscheidenden Turnierphase bei dem mit 1,115 Millionen Euro dotierten Turnier mit internationaler Top-Besetzung von den zehn gestarteten deutschen Spieler nur noch drei übrig. Im Achtelfinale stehen : Philipp Kohlschreiber (Wilson), Daniel Brands und Simon Greul (Prince). Ab Donnerstag stehen die Achtelfinalbegegnungen an und Greul (76. der ATP Weltrangliste) trifft auf den Spanier Ivan Navarro (Weltranglistenposition 103), Kohlschreiber auf Pablo Cuevas aus Uruguay und Daniel Brands muss gegen den Franzosen Paul Henri Mathieu spielen.

Sehr schade war das unglückliche Ausscheiden vom jungen „Andy“ Beck, der über die Niederlage gegen Stuttgart-Sieger Jeremy Chardy natürlich enttäuscht war. Der Linkshänder war gut in der Partie und musste sich lediglich in den entscheidenden Momenten in den beiden Tiebreaks den starken Aufschlägen Chardy`s beugen. Beck meinte im Interview: „Man hat gesehen mit welchem Selbstvertrauen der nach dem Sieg beim Mercedes Cup auftritt, um solche Aufschläge rauszuholen“. Beck, der bereits vor 14 Tagen in Marbella bei der Davis-Cup-Partie gegen Spanien trotz guter Leistungen beide Einzel verlor, muss jetzt ein wenig Kräfte tanken und Frust abbauen, um wieder auf einen guten Weg zu kommen.

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