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Agassi legte vor, Wickmayer und Malisse wegen Dopingvorwürfe gesperrt

Die Biographie von Andre Agassi mit dem Titel „Open“, welche letzte Woche erstmals in Auszügen an die Öffentlichkeit kam, zeigte auf, dass der frühere Tennisstar Andre Agassi mit Drogenmissbrauch in seiner Karriere zu tun hatte. Agassi kommentierte die Enthüllung mehr oder minder als mögliche Hilfe für aktive Sportler, welche er damals gebraucht hätte, aber nie bekam.

Boris Becker, ehemaliger Konkurrent auf der ATP Tour reagierte auf die Drogen-Enthüllungen mit Empörung und tiefer Enttäuschung. So manches Tennismatch, darunter auch Finalspiele großer Turniere habe er gegen Andre Agassi verloren. Sollte er damals gedopt gewesen sein und davon ist auszugehen, ist das Betrug! Dem Tennissport dient dies jedenfalls nicht, so Boris Becker!

Andre Agassi hingegen kann die Aufregung gar nicht richtig verstehen und kommentierte sein Drogengeständnis beim TV-Sender CBS. In einer 60-minütigen Talkshow sprach der Ex-Tennisprofi und Ehemann von Tennis-Ikone Steffi Graff von Verständnis und Mitgefühl, insbesondere für die seine damalige Situation. Agassi; „Das ist natürlich etwas, was man nicht hören möchte“, aber „Ich würde mir wünschen, dass mit solcher Kritik auch etwas Mitgefühl verbunden wäre, dass ich in meiner damaligen Situation keine Verurteilung, sondern vielmehr Hilfe gebraucht hätte.“

Die Biographie bzw. die Memoiren Agassi`s („Open“) sprechen von Konsum einer speziellen Droge Namens Crystal Meth, welche er 1997 zusich genommen habe. Ebenso erklärt Agassi offen, dass er trotz eines positven Dopingtests durch Spielervereinigung ATP nicht gesperrt wurde, da er mit einer Lüge den Mantel des Schweigens ausbreiten konnte.

Nur knapp 1 Woche nach dieser Doping-Enthüllung des us-amerikanischen Superstars wurden die beiden belgischen Tennisspieler Yanina Wickmayer und Xavier Malisse vom Anti-Doping-Tribunal des belgischen Tennisverbandes für 1 Jahr gesperrt.

Der 20-jährigen Yanina Wickmayer (Babolat Tennisschläger), die bei den US-Open noch das Halbfinale erreichte und in Linz und Estoril ihre beiden ersten WTA-Turniere gewinnen konnte, wurde zur Last gelegt, dass mehrfach verpasst hatte, den Doping-Fahndern ihren Aufenthaltsort mitzuteilen. Obwohl dies aber jeden Tennisprofi vorgeschrieben ist! Ebenso gesperrt wurde der 29-jährige Landsmann Xavier Malisse, der sich einer Dopingkontrolle entzogen hatte. Eine Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne brachte den beiden Athleten nichts. Die Urteil wurde sofort rechtskräftig! Die Nummer 18 der Welt musste sogar aus dem laufenden Turniergeschehen beim Tournament of Champions in Bali „die Segel kampflos streichen“. Für die junge Belgierin, die in diesem Jahr den Durchbruch in die Weltspitze schaffte, ist dies ein totaler Absturz, denn Sie kann in der kommenden Saison ihre gesammelten Punkte der WTA-Tour nicht verteidigen. Laut ihrer Trainerin bricht eine Welt zusammen. Die Trainerin: „Yanina ist total verzweifelt!“

Was soll man da sagen? Soll einem der Athlet leid tun, der einfache Regeln nicht einhalten kann oder will? Meines Erachtens ist es doch so, wo eine Menge Geld verdient wird und wo es neben Preisgeldern auch um Spielervermarktung, Sponsorenverträge und Werbeeinnahmen geht, da wird wohl immer der Versuch unternommen werden zu manipulieren.

Lückenlos aufdecken kann man das bisher noch nicht. So viele Skandale haben aber gezeigt, dass man sich über nichts mehr wundern braucht. Bin aber mal gespannt, wann sich jemand an den Deutschen Fussball herantraut und den Dopingmissbrauch in der Bundesliga, etc. aufklärt. Bis jetzt ist die Lobby einfach zu starkt und es hängen zu viele Millionen dran, dass man sich gegenseitig anschwärzen würde. Schließlich melkt man die Kuh, solange es geht! Die Organisationen der Randsportarten wie Fahrradfahren, Biathlon, Tennis, Schwimmen, etc. kann man aus politischer und journalistischer Sicht schon viel eher aufbrechen… nix für ungut, aber wer glaubt, dass im Profisport nicht gedopt wird, der lebt in einer Märchenwelt! Die Athleten möchte ich allerdings in Schutz nehmen. Schuld sind doch wir Konsumenten. Wenn es nicht einen Rekord und eine Bestleistung nach der anderen gibt, dann sind wir Zuschauer doch nicht mehr richtig zu locken… übermenschliche Leistungen bezahlt man mit überdurchschnittlich viel Geld für künstlich hergestellte Dopingmaterialien.

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Sieben deutsche Tennisprofis in Wimbledon dabei

In den letzten Wochen auf Sand und Rasen haben die deutschen Tennisprofis gezeigt, dass sie zur Weltspitze zählen. Zuerst gewann Tommy Haas, der bei den French Open noch knapp am späteren Sieger Roger Federer scheiterte, letzte Woche das Rasenturnier der Gerry Weber Open im westfälischen Halle gegen den favorisierten Serben Novak Djokovic und jetzt auch noch der Saarländer Benjamin Becker.

Becker (Orscholz/49) hat das ATP von Hertogenbosch in den Niederlanden gewinnen können und klettert wieder in die Top 50 der Weltrangliste. Er ist damit die Nummer 6 der deutschen Herren nach Rainer Schüttler (Korbach), der sich trotz Halbfinal-Niederlage in Hertogenbosch gegen Becker auf Platz 29 verbesserte.  Gefolgt von Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Platz 32), Tommy Haas (Sarasota-USA/34), Nicolas Kiefer (Hannover/35) und Mischa Zverev (Hamburg/45).

Nun darf man gespannt sein auf das Auftreten der deutschen Profis in Wimbledon, die sich derzeit in prächtiger Form zeigen. Es wäre schön für das deutsche Tennis wenn der aktuelle Höhenflug auf dem „Heiligen Rasen“ im Londoner Stadtteil Wimbledon fortzusetzen wäre.  Zu lange schon dauert die Durststrecke aus deutscher Sicht bei den All England Championchips. Der letzte deutsche Wimbledon-Erfolg liegt inzwischen 17 Jahre zurück – damals gewann Michael Stich 1992 im Doppel.  Die Ergebnisse der „Jahrhunderttalente“ Steffi Graf (Siegerin im Einzel: 1988, 1989, 1991-93, 1995 und 1996), Boris Becker (Sieger im Einzel: 1985, 1986 und 1989) und Michael Stich (Sieger im deutschen Finale von 1991) lesen sich traumhaft schön, aber die glanzvollen Tage des deutschen Tennissport liegen leider zu lange zurück. Der Alltag hat uns eingeholt und da sind Rasen-Erfolge in Halle und Hertogenbosch schon sehr beachtlich und wichtig für den unter Druck geratenen Deutschen Tennisbund (DTB).

Heute nachmittag um 14.30 Uhr live im DSF eröffnet der Vorjahresfinalist Roger Federer (Schweiz) nach der Absage des Titelverteidigers Rafael Nadal (Babolat Aero Pro Drive)das Turniergeschehen. Auch wenn der Eidgenosse mit einem möglichen 15. Triumph seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier wieder die Führung der Weltrangliste übernehmen könnte, so war Federer doch traurig über die verletzungsbedingte Absage des Mallorkiners. Federer (Wilson) : „Rafael ist mein härtester Konkurrent, zu spannend waren unsere letzten Finalspiele. Mit ihm möchte ich mich messen!“

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Aus deutscher Sicht beginnt den „Turnier-Reigen“ Philipp Kohlschreiber (Wilson [K]Blade 98), der in der ersten Runde gegen den Franzosen Florent Serra antreten muss. Tommy Haas (HEAD / K-Swiss Tennisschuhe) trifft in seinem Erstrundenmatch auf den Österreicher Alexander Peya. Bei den Damen bekommt es Anna-Lena Grönefeld mit der Inderin Sania Mirza zu tun, eine lösbare Aufgabe.

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